Depression – die „Volkskrankheit“

4 Millionen Menschen in Deutschland sind depressiv, Tendenz steigend. Laut Statistik tritt die Erkrankung erstmals mit 32 Jahren auf, bei Frauen häufiger als bei Männern. Eine Depression kann Wochen und Monate andauern. Manche Menschen haben über viele Jahre hinweg immer wieder depressive Phasen. Immer mehr Prominente sprechen offen über ihre Erkrankung, damit Depression endlich kein Tabu Thema mehr ist, wie z.B. Brad Pitt, Julia Roberts, J.K. Rowling.

Es gibt viele Ursachen

Eine Depression hat selten eine einzige Ursache. Grundsätzlich gibt es zwei Faktoren:
a) Die Gehirnfunktion, d.h. der Hirnstoffwechsel ist gestört.
b) Sogenannte „Psychosoziale Belastungen“, das heißt die Lebensumstände sind so stark belastend, dass es zu einer depressiven Phase kommt. Das kann z.B. der Verlust einer geliebten Person, Arbeitslosigkeit, Scheidung, chronische Krankheit. Oft führen anhaltender Stress und Überforderung in eine Depression. Dazu muss der Stress auch gar nicht besonders hoch sein, aber über lange Zeit anhalten.

Es gibt auch Medikamente, die depressive Verstimmung verursachen können wie Hormonpräparate (die „Pille), Blutdruckmittel oder Antibiotika. Deshalb empfehle ich immer zunächst ein Gespräch mit einem Arzt.

Nicht jede Störung ist auch eine Krankheit
Wie gut es uns gelingt, schwere Zeiten zu meistern, hat oft damit zu tun, wie wir aufgewachsen sind. Wir lernen in den ersten Lebensjahren schon, wie wir mit emotionalem Stress und Enttäuschung umgehen. Erhalten wir in diesen ersten Jahren nicht die nötige liebevolle Unterstützung, kann das den Grundstein dafür legen, dass wir später schwerer/schlechter mit Belastungen umgehen können.

Es gibt viele Wege heraus aus einer depressiven Phase
Meist ist es nötig, sich professionelle Hilfe zu holen, um der „Abwärtsspirale“ zu entkommen. Oft helfen schon einfühlsame Gespräche mit einer/m Therapeuten/in. Negative Gedankenmuster können aufgedeckt und verändert werden. Die eigenen Energiequellen werden gefunden, um wieder Kraft fürs Leben zu tanken. Entspannungsmethoden wie Meditation, Hypnose-Therapie, Progressive Muskelentspannung oder Atemtechniken helfen zu mehr innerer Ruhe…
Finden Sie wieder zurück zu einem glücklichen Leben.

Klinisch betrachtet – die verschiedenen Formen der Depression:

  • Depressive Verstimmtheit

So wird eine leichte bis mittelschwere Depression genannt, die meistens – jedoch nicht immer – auf einen konkreten Anlass zurückzuführen ist. Typische Symptome einer depressiven Verstimmung sind Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und schnelle Erschöpfung. Dabei darf nicht jede gedrückte Stimmung gleich für eine depressive Verstimmung gehalten werden. Nicht immer scheint im Leben die Sonne und jeder Mensch hat ab und zu Stimmungstiefs.

  • Die Dysthymia

ist eine abgeschwächte Form der Depression, die oft als „chronische Depression“ bezeichnet wird. Die Betroffenen sind mindestens zwei Jahre lang depressiv, erleben jedoch manchmal auch helle Tage oder Wochen, in denen sie in guter Stimmung sind. Meistens sind sie jedoch müde und niedergeschlagen.

  • Die Depression

Hinter einer Depression steckt mehr, als sich traurig und niedergeschlagen zu fühlen. Zu den Symptomen gehören Schlafprobleme, Appetitmangel, Verlust von Interessen, das Gefühl der Gefühllosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, fehlende Energie, Konzentrationsprobleme und vieles mehr.
Bei manchen Menschen kommt es zu Selbstmordgedanken und –versuchen.
„Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund. Und man ist angefüllt mit nichts als Leere. Man ist nicht krank und ist auch nicht gesund. Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.“ (Erich Kästner)

Wenn Sie befürchten, dass Sie selbst oder eine nahestehende Person an einer Depression leiden, verschließen Sie bitte nicht die Augen. Informieren Sie sich, sprechen Sie mit einem Arzt oder Therapeuten/in.

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