Panikattacken – fast schon ein „Volksleiden“

Ungefähr 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Panikattacken. Doch woher kommt das? Es kann konkrete Auslöser geben, wie eine schlechte Nachricht, die  Trennung von einem geliebten Menschen etc. Oft aber kommen sie von lang anhaltendem Stress (dazu muss er auch nicht besonders hoch sein), mit dem der Körper nicht mehr umgehen kann.
Angst ist eine Stressreaktion auf eine potentielle Gefahr. Das Gehirn schüttet Adrenalin aus, die Beine werden besser durchblutet, der Herzschlag wird schneller. Energie für Kampf oder Flucht steht zur Verfügung.

Wenn die Angst nicht real ist, gibt es aber nichts zu kämpfen oder zu flüchten.
Die Energie muss anders abgebaut werden – eine Panikattacke kann entstehen.
Die Lösung liegt also nicht darin, die Panikattacke zu bekämpfen, sondern die Ursache!

Tipps im Fall einer Panikattacke

Aber Achtung: diese Tipps können eine Panikattacke eventuell verhindern oder unterbrechen. Aber sie beseitigen nicht die Ursache für Ihre Panikattacken.

Tipp 1 Atemübung:
Atmen Sie etwas tiefer ein als gewöhnlich und atmen Sie in einer einzigen fließenden Bewegung langsam wieder aus, d.h. ohne den Atem nach dem Einatmen anzuhalten. Atmen Sie wesentlich länger aus als ein und zählen Sie dabei in Gedanken mit, z.B. beim Einatmen zählen Siebis 4, beim Ausautmen bis 6 oder 8. Wiederholen Sie diese Atemübung so lange, bis Sie sich deutlich entspannter und ruhiger fühlen.

Tipp 2: Kauen Sie Kaugummi oder Gummibärchen. Kauen baut Stress ab und hilft nachweislich bei der Reduktion von Angst.

Tipp 3: Essen Sie etwas ganz scharfes oder extrem saures. Sehr gut ist ein Biss in eine Zitrone. Extreme Geschmacksempfindungen lenken unser vegetatives Nervensystem ab.

Tipp 4: Ablenkung durch Schmerz. Legen Sie sich ein Gummiband um den Arm. Sobald die Angst in Ihnen hochkriecht, lassen Sie das Gummiband mehrmals schnalzen, so dass Sie einen deutlichen körperlichen Schmerz verspüren.

Tipp 5: Ist jemand in Ihrer Nähe, mit dem Sie sich unterhalten können? Oder können Sie Jemanden anrufen? Dann tun Sie es.

Tipp 6: Singen Sie so laut Sie können. Haben Sie ein Lieblingslied oder eine „Hymne“? Dann geht es noch besser.