Panikattacken gibt es häufiger, als Sie denken

Ungefähr 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Panikattacken. Doch woher kommt das? Es kann konkrete Auslöser geben oder eine anhaltende Belastung, mit der der Körper nicht mehr umgehen kann.

Angst ist eine Stressreaktion auf eine potentielle Gefahr. Das Gehirn schüttet Adrenalin aus, die Beine werden besser durchblutet, der Herzschlag wird schneller. Energie für Kampf oder Flucht steht zur Verfügung. Wenn die Angst nicht real ist, gibt es aber nichts zu kämpfen oder zu flüchten. Die Energie muss anders abgebaut werden – eine Panikattacke kann entstehen.
Die Lösung liegt also nicht darin, die Panikattacke zu bekämpfen, sondern die Ursache!

Woher weiß man, dass man eine Panikattacke hat?

Panikattacken treten plötzlich auf, gerne am Abend. Sie zeigen sich z.B. als Anfälle von starker Angst und können mit einer Vielzahl körperlicher Symptome einhergehen,  wie Herzrasen oder Herzklopfen, Zittern, Hitzewallungen, Schwindel, Schweißausbruch, extreme innere Unruhe.  Oft haben die Patienten Angst, einen Herzinfarkt zu erleiden oder in Ohnmacht zu fallen. Meist dauert eine Panikattacke ca. 15 Minuten.

Was kann eine Panikattacke auslösen?

Eine Panikattacke kann nach einer Stresssituationen oder vor einem großen Ereignis entstehen, wie z.B. vor einer Operation, vor einer Prüfung oder einer großen Reise oder nach einer schlechten Nachricht, nach einem Unfall etc. Häufig sind Panikattacken die Reaktion auf lang anhaltenden Stress und Überbelastung. Der muss auch gar nicht besonders hoch sein, aber über lange Zeit anhalten.

Was kann ich tun bei einer plötzlichen Panikattacke?

Wichtig: diese Tipps können eine Panikattacke im besten Fall verhindern oder unterbrechen. Aber sie beseitigen nicht die Ursache für Ihre Panikattacken.

Tipp 1 Atemübung:
Atmen Sie etwas tiefer ein als gewöhnlich und atmen Sie in einer einzigen fließenden Bewegung langsam wieder aus, d.h. ohne den Atem nach dem Einatmen anzuhalten. Atmen Sie wesentlich länger aus als ein und zählen Sie dabei in Gedanken mit, z.B. beim Einatmen zählen Sie bis 4, beim Ausautmen bis 6 oder 8. Wiederholen Sie diese Atemübung so lange, bis Sie sich deutlich entspannter und ruhiger fühlen.

Tipp 2: Kauen Sie Kaugummi oder Gummibärchen. Kauen baut Stress ab und hilft nachweislich bei der Reduktion von Angst.

Tipp 3: Essen Sie etwas ganz scharfes oder extrem saures. Sehr gut ist ein Biss in eine Zitrone. Extreme Geschmacksempfindungen lenken unser vegetatives Nervensystem ab.

Tipp 4: Ablenkung durch Schmerz. Legen Sie sich ein Gummiband um das Handgelenk. Sobald die Angst in Ihnen hochkriecht, lassen Sie das Gummiband mehrmals schnalzen, so dass Sie einen deutlichen körperlichen Schmerz verspüren.

Tipp 5: Ist jemand in Ihrer Nähe, mit dem Sie sich unterhalten können? Oder können Sie Jemanden anrufen? Dann tun Sie es.

Tipp 6: Singen Sie so laut Sie können. Haben Sie ein Lieblingslied oder eine „Hymne“? Dann geht es noch besser.

Wie kann ich meine Panikattacken endgültig loswerden?

Hier gilt es, einen Blick auf Ihre Psyche zu werfen, um die Ursachen zu finden. Vielleicht sind alte Erlebnisse oder Traumas noch zu verarbeiten, alte Ängste zu überwinden. Oder die momentanen Lebensumstände sind die Ursache dafür, dass sich Ihr Körper die Panikattacke zum „Dampf ablassen“ ausgesucht hat. In jedem Fall sollten Sie sich professionelle Hilfe holen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

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